Neben dem Gesang und der Schauspielerei habe ich einen weiteren Ort gefunden, meinen Gedanken Ausdruck zu verleihen: Geschriebene Worte und die Kraft der Bilder. Hier finden Sie auszugsweise einige von mir verfasste Gedichte und Fotografien von meinen Reisen.
Die Gedichte "Der Pianist" und "Ein Schatz" erschienen im Dezember 2010 bzw. 2008 in der neuen Lyrikedition "Das neue Gedicht", herausgegeben von der Frankfurter Bibliothek - Brentano-Gesellschaft Frankfurt (www.brentano-gesellschaft.de).

 


 

 

Der Pianist

Er sitzt an seinem Instrument,

die Tasten erklingen mal leise, mal mit Temperament.

Fasziniert folgt mein Blick seiner schlanken Hand,

als die Musik knüpft ein magisches Band.

Samtweich bekleiden die Töne mein Ohr,

und ungeschützt wird mein Herz zum offenen Tor.

Die Tasten spielen auf den Saiten meiner Phantasie,

und hellseherisch interpretiert er meine Lieblingsmelodie.

Hörbare Berührung hat mir die Sinne verführt,

Pianist, tief in meiner Seele hast du mich berührt.

 

   


 

 

 

Kinderglück

Die kleine Blume am Wegesrand hast du für mich gepflückt,                                                          sie piekt mich wie die Dornen der Rose, so sehr hast du mich entzückt.                                   Deinem Charme zu widerstehen bemühe ich mich nicht,                                                            durch deine Kinderaugen kann ich sehen, aus ihnen strahlt ein nie gekanntes Licht.

In dein Reich lädst du mich ein und stellst mir Puppen und Tiere vor,                                            mit Stolz darf ich dein Spielgefährte sein,                                                                                     "Ich schenk' dir was", flüsterst du mir ins Ohr.

Gut aufbewahrt hab' ich das Stück, ein kleines Seepferd an einem Band.                                        So werd' ich nie vergessen das Glück, als du mit Vertrauen mir gabst deine Hand.

 

 
 


 

 
Ein Schatz

An meinem Horizont ein Wesen stand,

aus Licht und Schatten,

meiner Seele vollkommen abgewandt.

Plötzlich, auf eines Sturmes Sonnenstrahl

berauschend in mein Herz sich stahl,

als süßer Tod betörend wild,

hat kühn bemalt mein Leben Bild.

Schneeflocken im Himmel seiner Augen tanzen,

von fließend Gold umrahmt im Ganzen.

Aus Liebe sein Anglitz er mit Perlen schmückt,

sie tropfen schimmernd in meines Herzens Glück.

 


 


 

 
Möwentanz

Ich bin von einem Geschöpf fasziniert,

welches seidige Federn ziert.

Schwerelos lässt sie vom Wind sich tragen,

um verspielt nach Brotkrumen zu jagen.

Ich werfe ein Stück ihr entgegen,

sie schwebt dicht über mir, ihr Blick ist verwegen.

Sie scheint mir zu sagen

"Flieg' mit mir! Lass' vom Wind dich entführ'n.

Lös' alle Fesseln, schließ' vergangene Tür'n."

Mein Herz ruft ihr zu "Ich komm' wieder hierher!"

Ihr Schrei klingt nach Freiheit,

als sie tanzt übers Meer.

 

 

 

 

 

Argentinische Seele
 

Vergessen könnt' ich...

ach - Tango!

Meine Gedanken schweifen -

ich schwebe im Raum

ach - wo?

Es gibt nur ihn und mich.

Wen?

Ich kann ihn gar nicht sehn.

Spüre nur, wie er mich führt,

mit sachtem Zwang er mich berührt.

Bin hilflos und ganz stark zugleich,

der Welt Konturen werden weich.

Wir werden eins im Tanz - im Augenblick.

Bevor wir sind verbrannt,

retten wir uns zurück.

Ich wache auf...

ach - wo?

Vergessen könnt ich...

Und wieder möcht ich...

ach - Tango!

   

 

 

nach oben